Wie wurden die externen Kosten für Sachsen ermittelt?


Nach folgenden Kriterien wurden die Verfahren zur Ermittlung der externen Kosten im Freistaat Sachsen ausgewählt: Die Methoden sollten belastbar sein und die notwendigen Daten mussten zur Verfügung stehen. Wenn möglich wurden Schadenskosten ermittelt.

Für einzelne Effekte wurden mehrere Methoden parallel angewendet und so Bandbreiten für die Ergebnisse bestimmt. Tabelle 1 gibt einen Überblick über die betrachteten Kostenkomponenten einschließlich der zur Monetarisierung verwendeten Methoden. Nähere Informationen zu den verwendeten Methoden zur Umrechnung externer Effekte in Geldeinheiten finden Sie unter der Bezeichnung der jeweiligen Kostenkomponente. Für nähere Beschreibungen der einzelnen Effekte siehe Welche externen Effekte gibt es im Verkehr?. Die Ergebnisse für den Freistaat Sachsen werden auf Seite Wie hoch sind die externen Kosten von Verkehr in Sachsen? vorgestellt.

  Anteil an den gesamten externen Kosten1 Methoden zur Berechnung der externen Kosten Wichtige Annahmen für die Berechnung
Unfallkosten 36%
  • Reproduktion
  • Ressourcenausfall
  • Immaterielle Kosten
  • Zahlungsbereitschaft
  • Gesundheit
  • BASt-Methodik
  • Immaterielle Kosten als Zahlungsbereitschaft: 1.500.000 Euro pro Todesfall
Lärmkosten 8%
  • Zahlungsbereitschaft
  • Gesundheit
  • Zahlungsbereitschaft abgeleitet aus verschiedenen Studien
  • Gesundheit: Schadenskosten als Folge erhöhten Risikos für Herzinfarkte
Kosten der Luftverschmutzung 24%
  • Gesundheit
  • Gebäudeschäden
  • Vegetationsschäden
  • Waldschäden
  • Gesundheitskosten: WHO-Studie, PM10 Leitindikator
  • Gebäudeschäden: Direkte und Indirekte Methodik
  • Schadenskosten für Vegetations- und Waldschäden
  • Datengrundlage: Immissionskataster Sachsen
Klimakosten 18%
  • Vermeidung
  • Ziel: Senkung verkehrlicher CO2-Emissionen um 25% bis 2005 bezogen auf 1990; Kostensatz: 135 Euro/t CO2
Kosten der Beeinträchtigung von Natur und Landschaft 4%
  • Kombination aus Entsiegelungs- und Wiederherstellungskosten
  • Zahlungsbereitschaft
  • Referenzniveau: Zustand von 1950: Ermittlung der Kosten zur Entsiegelung und Wiederherstellung seitdem versiegelter Fläche
  • Vermeidungskosten für Straßen- und Schienenverkehr
  • Zahlungsbereitschaft zur Bewahrung von Natur und Landschaft von 17 Euro pro Person und Monat nach [Infras/IWW 2000]
Kosten der Trennwirkung 0%
  • Zeitverluste querender Fußgänger
Kosten der Flächeninanspruchnahme 1%
  • eingeschränkte Flächenverfügbarkeit für Fahrradfahrer
  • Annahme: Verkehrsaufkommen zu hoch → nicht genug Platz für Fahrradfahrer → Radwege notwendig
  • Kosten für Bau von Fahrradwegen an Straßen mit einem DTV > 3.000 Kfz pro Tag für alle Strecken
Kosten vor- und nachgelagerter Prozesse 9%
  • Lebenszyklusbetrachtung
  • Klima- und Luftverschmutzungskosten: Anteil an den während des Betriebs verursachten Kosten
  • Andere Folgen wie z.B. Lärm durch vor- und nachgelagerte Prozesse sind nach [Infras/IWW 2000] im Vergleich zu den durch den Betrieb entstehenden Kosten zu vernachlässigen.
1  Quelle: [Gerike 2004]

Tabelle 1: Zur Berechnung der externen Effekte verwendete Methoden, nach [Gerike 2004]


Fragen und Antworten zu den Kosten von Verkehr


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