Wie hoch sind die externen Kosten in Sachsen?


Die Gesamtsumme der externen Kosten aller Verkehrsträger in Sachsen im Jahr 2001 beträgt ca. 6,6 Mrd. €. Einen Überblick über die Ergebnisse geben die nachfolgenden Tabellen und Abildungen. Dabei wird deutlich, dass diese beträchtlichen Kosten keinesfalls vernachlässigbar sind, im Gegenteil: Diese Zahl entspricht ca. neun Prozent des sächsischen Bruttoinlandsprodukts von 2001, das sind ca. 1.500 Euro pro Einwohner und Jahr. Das zahlt jeder von uns, jeder Sachse, jede Sächsin, vom Baby bis zum Greis oder Menschen in anderen Regionen der Welt sowie die sächsischen Kinder und Kindeskinder.



Tabelle 1: Totale externe Kosten des Verkehrs in Sachsen im Jahr 2001, Inlandsprinzip, Quelle: [Gerike 2004] (N.b. = nicht berechnet)


 

Abbildung 1: GIS-Darstellung der totalen externen Kosten des Verkehrs in Sachsen im Jahr 2001, Quelle: GIS-Datenbank zu [Gerike 2004]


 

Tabelle 2: Totale externe Kosten des Verkehrs in Sachsen 1999-2001, Inlandsprinzip, Quelle: [Gerike 2004] (N.b. = nicht berechnet)


 

Abbildung 2: Totale externe Kosten aller Verkehrsträger in Sachsen 1999-2001, Inlandsprinzip, Quelle: [Gerike 2004] (N.b. = nicht berechnet)


 

Betrachtet man die einzelnen Verkehrsträger, so wird deutlich, dass der Straßenverkehr mit Abstand der größte Verursacher gesellschaftlicher Kosten im Verkehrsbereich ist. Er ist für etwa 95 Prozent der gesellschaftlichen Kosten verantwortlich. Der Schienenverkehr verursacht ca. vier Prozent der Kosten; die durch den Flugverkehr und die Binnenschiffahrt verursachten gesellschaftlichen Kosten betragen je ca. ein halbes Prozent und sind im Vergleich zum Straßenverkehr vernachlässigbar. Der Anteil des Flugverkehrs erhöht sich, betrachtet man nicht nur Flüge in Sachsen, sondern alle Flüge, die von den Einwohnern Sachsen überall auf der Welt durchgeführt werden. Das letztere Vorgehen ist für den Flugverkehr angebracht, da ein großer Teil des Flugverkehrsaufkommens der Einwohner Sachsens außerhalb von Sachsen und außerhalb von Deutschland erbracht wird.

Mit Hilfe von Tabelle 1 kann die Auswertung auch getrennt nach den einzelnen Kostenkomponenten vorgenommen werden: Die wichtigste Kostenkategorie sind die Unfallkosten, gefolgt von den Kosten der Luftverschmutzung und des Energieverbrauchs (als Klimakosten). Diese Verteilung ist durch den Straßenverkehr geprägt ist, da dieser den Hauptteil der externen Kosten verursacht. Dabei ist zu beachten, dass die Klimakosten über die Kosten geschätzt wurden, die zur Vermeidung klimaschädlicher Emissionen notwendig wären. Das ist ein sehr vorsichtiger Ansatz, da die tatsächlich künftig auftretenden Schäden mit hoher Wahrscheinlichkeit höher sein werden. Der hohe Anteil der Unfallkosten resultiert aus dem Ansatz der Zahlungsbereitschaft, mit dessen Hilfe die durch menschliches Leid entstehenden Kosten bewertet wurden. Abbildung 3 zeigt die Anteile der einzelnen Kostenkomponenten getrennt für die betrachteten Verkehrsträger



Abbildung 3: Anteile der Kostenkomponenten an den gesamten externen Kosten der einzelnen Verkehrsträger 1999 bis 2001, Quelle: [Gerike 2004] (N.b. = nicht berechnet)


 

Die berechneten Werte stellen eine Untergrenze der tatsächlich zu erwartenden gesellschaftlichen Kosten dar, da im Falle von Unsicherheiten stets vorsichtig geschätzt wurde. Unsicherheiten waren zum einen methodischer Natur. So ist die Umrechnung der Trennwirkungen und der Flächeninanspruchnahme in Geld mit erheblichen Schwierigkeiten verbunden. Der andere Aspekt sind Unsicherheiten in den Ausgangsdaten, wie sie z.B. im Lärmbereich für den Luft- und Schienenverkehr vorlagen.

Der Volkswirtschaft entstehen demnach durch die verschobenen Preisstrukturen und die daraus resultierende zu große Verkehrsmenge erhebliche Einbußen, denn die Gesellschaft als Ganzes einschließlich anderer Regionen und künftiger Generationen tragen die berechneten Kosten, nicht die Verkehrsteilnehmer selbst. Durch eine verursachergerechte Anlastung dieser Kosten würden die belastet, die die Kosten verursachen und damit Anreize gesetzt, das eigene Verhalten gemäß den wahren Preisen zu optimieren. Als Folge dessen versuchen die Akteure selbst, die Umweltfolgen zu reduzieren.

Maßnahmen zur Verringerung der Kostenverlagerung auf andere Menschen, Länder und Generationen sind demzufolge in unserem eigenen Interesse. Möglichkeiten dazu werden auf Seite Was kann man gegen externe Kosten tun? aufgezeigt.


Fragen und Antworten zu den Kosten von Verkehr


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