Wie hoch sind die externen Kosten von Verkehr in Deutschland und Europa?


Zur Darstellung der externen Kosten des Verkehrs auf europäischer Ebene wird auf die Ergebnisse einer Studie von INFRAS Zürich und dem IWW in Karlsruhe im Auftrag der UIC zurückgegriffen, welche erstmals Mitte der 90er Jahre durchgeführt und seitdem zweimal aktualisiert wurde (Siehe [INFRAS/IWW 1995]; [INFRAS/IWW 2000]; [INFRAS/IWW 2004]). Berechnet werden die externen Kosten für die EU-Staaten sowie die Schweiz und Norwegen für die vier Verkehrsträger Straße, Schiene, Luft und Wasser.

Als Ergebnisse liegen die externen Kosten von Verkehr für die Jahre 1995 und 2000 als Summe, als Durchschnittswerte sowie als sogenannte Grenzkosten vor. Die Grenzkosten, auch als Marginalkosten bezeichnet, stehen für die von einer zusätzlichen Transporteinheit verursachten Kosten. So gibt es z.B. dicht bebaute Straßen, an denen die von einem zusätzlich gefahrenen Fahrzeugkilometer verursachten Lärmkosten besonders hoch sind. Die Staukosten pro gefahrenem Kilometer sind hier vielleicht hingegen gering, wenn die Auslastung der Straße niedrig ist.

Die folgende Abbildung 1 zeigt die Entwicklung der totalen externen Kosten in den Jahren 1995 bis 2000 für alle untersuchten Staaten. Deutlich zu erkennen ist der große Anteil der Klima- und Unfallkosten sowie der Kosten der Luftverschmutzung.

Der größte Teil der externen Kosten wird mit ca. 83% vom Straßenverkehr verursacht, gefolgt vom Luftverkehr mit ca. 15%. Der Schienenverkehr und die Schifffahrt sind nur von geringer Bedeutung. Ca. zwei Drittel der externen Kosten werden durch den Personenverkehr und ein Drittel durch den Güterverkehr verursacht. Von 1995 bis 2000 stiegen die gesamten externen Kosten um 16,4% an. Der Hauptgrund für diese Entwicklung liegt in den steigenden Verkehrsmengen, welche zu höheren Umweltwirkungen führen. Von dieser Entwicklung besonders betroffen sind der Straßenpersonenverkehr sowie der Luftpersonenverkehr.

Abbildung 2 zeigt die Höhe der externen Kosten für die einzelnen betrachteten Staaten.



 
Abbildung 1: Vergleich der totalen externen Kosten des Verkehrs in den Jahren 1995 und 2000 nach Verkehrsträger und Kostenkategorie (Werte 1995 zu Preisen 1995, Werte 2000 zu Preisen 2000), Quelle: [INFRAS 2004, S. 15]


 

 
Abbildung 2: Totale externe Kosten von Verkehr im Jahr 2000 nach Verkehrsträger und Land (EU 17), (Schattenpreis für Klimakosten: 140 €/t CO2), Quelle: [INFRAS 2004, S. 78]


 

Die folgenden Abildungen 3 und 4 zeigen die durchschnittlichen externen Kosten von Verkehr im Jahr 2000, angegeben in Euro pro 1.000 Personenkilometer (Pkm) bzw. in Euro pro 1.000 Tonnenkilometer (tkm). Deutlich wird, dass die durchschnittlichen externen Kosten des Personenschienenverkehrs mit 18 Euro pro 1.000 Pkm fast viermal geringer sind als die durchschnittlichen externen Kosten des Personenstraßenverkehrs mit 71 Euro pro 1.000 Pkm. Der Luftverkehr liegt bei 51 Euro pro 1.000 Pkm - ein Wert, der vor allem durch die Klimakosten bestimmt wird. Im Güterverkehr sind die durchschnittlichen externen Kosten des Luftverkehrs mit Abstand am höchsten, gefolgt vom Straßenverkehr.



 
Abbildung 3: Durchschnittliche externen Kosten im Jahr 2000 (EU 17) nach Verkehrsträger und Kostenkategorie: Personenverkehr, Quelle: [INFRAS 2004, S. 13]


 

 
Abbildung 4: Durchschnittliche externen Kosten im Jahr 2000 (EU 17) nach Verkehrsträger und Kostenkategorie: Güterverkehr, Quelle: [INFRAS 2004, S. 14]


 


Fragen und Antworten zu den Kosten von Verkehr


Zurück zur Startseite "Was kostet Verkehr?"

Zurück zur Startseite des Lehrstuhls